Dörnigheim


Alwin Lapp * 5.9.1905 in Dörnigheim/Kr. Hanau, Schreiner, aus politischen Gründen (angeblich KPD, RGO, Kampfbund gegen den Faschismus) im KZ Breitenau vom 30.9.1933 bis 22.12.1933; erneute Inhaftierung (Februar 1935); Verurteilung durch OLG Kassel (7.6.1935) im Verfahren gegen Paul Joerg u.a. wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis; Strafanstalt Freiendiez (bis April 1936). Nach dem Krieg Bürgermeister in Dörnigheim. Er starb am 23.8.1950 in Dieburg

Bearbeitungsstand
Mar 2015

Friedrich Kegelmann, Schreiner, Ludwig Hertrich sen., ehemaliger Rangierarbeiter und Ernst Heck wurden im Februar 1935 verhaftet und ohne Gerichtsverfahren für mehrere Monate im KZ Lichtenburg inhaftiert.

Jakob Heck * 20.2.1880, Küfer, wurde 6.2. 1935 verhaftet, Verurteilung durch OLG Kassel (7.6.1935) im Verfahren gegen Paul Joerg u.a. wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu vier Monaten Gefängnis, wurde anschließend bis 5.10.1935 im KZ Lichtenburg festgehalten.

 

Karl Seng * 3.3.1914 in Dörnigheim/Kr. Hanau, Bruder zu Käthe Jonas, Schreiner, aus politischen Gründen (KPD, Kampfbund gegen Faschismus) im KZ Breitenau vom 30.9.1933 bis 3.2.1934 inhaftiert; erneute Verhaftung (Februar 1935) und Verurteilung durch OLG Kassel (7. 6.1935) wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus; Zuchthaus Kassel-Wehlheiden (bis 8.8.1937); anschließend erneute Schutzhaft und KZ Buchenwald (bis 29.1.1941); Strafbataillon 999 (1942-1945). Nach 1945 lebte er in Dörnigheim. Er starb dort am 5.2.1966.

 

Friedrich Hoffmann * 22.3.1871 in Grünhagen, Schleusenmeister a.D., aus politischen Gründen wegen "Vorbereitungen zum Hochverrat" vom OLG Kassel am 4.12.1935 zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt.
 

Käthe Jonas geb. Seng * 12.7.1902 in Dörnigheim, Arbeiterin
Mehrwöchige Haft vor den "Märzwahlen"1933 zum Kreistag und zur Gemeindevertretung, Verurteilung durch OLG Kassel (7.6.1935) im Verfahren gegen Paul Joerg u.a. wegen "Vorbereitung zum Hochverrat", Haft in Ziegenhain, Aichach und Laufen, 1944-1945 erneut inhaftiert im KZ Ravensbrück, + 25.1.1977 in Essen, begraben in Dörnigheim, 2015 Widmung des Käthe-Jonas-Platzes in Dörnigheim

Weitere Dörnigheimer wurden im gleichen Verfahren vor dem OLG mit Gefängnisstrafen belegt:
Ludwig Hertrich *. 3.10.1912, Zimmermann (sechs Monate), Peter Jonas, * 23.7.1893, Invalide (zehn Monate), Adam Seng geb 4.11.1899, Milchhändler (zwölf Monate), Adam Heinrich Kutger * 28.9. 1903 in Dietesheim, Weißbinder (zwölf Monate), Karl Seng II ,* 19.7.1871, Schreiner (14 Monate). Franz Wolfstädter * 19.3.1884 in Seckmauern Krs Erbach, Schumacher (14 Monate)

Anna Seng, Dörnigheim; * 3.7.1906; Hausfrau; im Februar 1935 verhört; anschließend unter Polizeiaufsicht gestellt.

 
 

Ernst Kaiser, Dörnigheim; * 14.11.1901; Schlosser; KPD; vom 23. März 1937 bis zum 2. Juni 1938 im Strafgefängnis Frankfurt-Preungesheim; sein Siedlungshaus wurde 1938 enteignet.

Margarete Rauch, Dörnigheim; * 8.11.1912; Verkäuferin, als "Halbjüdin" mehrmals entlassen

Wilhelm Rauch, Dörnigheim; * 9.11.1910; Kaufmann; KPD; 1935 Boykott seines Schreibwarenladens, den er 1937 endgültig schließen muss, das seine Frau den Nazis als "Halbjüdin" galt

Wilhelm Schächer, Dörnigheim; * 18.12.1882; Monteur bei Messer & Co in Frankfurt; vom 23. März bis zum 22. September 1937 wegen angeblichem "Hochverrat" in Haft; anschließend unter Polizeiaufsicht.

Paul Strebert, Dörnigheim; Weißbinder; "Schutzhaft" wegen "Bereitung von Schwierigkeiten" bei der Beschlagnahme von Gegenständen

 

Bischofsheim

Heinrich Sorg * 7.11.1898 in Bischofsheim, Bürokaufmann, 1917 SPD, 1926 hauptberuflicher Funktionär im Arbeitersprt Frankfurt/M., 1933 Flucht über die Tschechoslowakei nach England, 1946 Rückkehr nach Deutschland, 1947 Gründungsmitglied und bis zu seinem Tod 2.Vorsitzender des späteren Landessportbundes Hessen, + 21.9.1963 begraben in Bischofsheim

 
 

Karl Blum, Mitte Dezember 1933 bei der "Aktion Vowinkel" verhaftet und ins KZ Breitenau verbracht; dort bis 16.Februar 1934 in Haft

 
 

Jakob Büchner, Hutmacher; 1934 verhaftet; Haft in Frankfurt und Kassel, März 1937 erneute Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

 

Reinhard Seibel * 13.3.1874 in Bischofsheim/Kr. Hanau, Arbeiter, KPD, aus politischen Gründen (wegen angeblicher tätlicher Angriffe gegen NSDAP-Mitglieder) im KZ Breitenau vom 16.9.1933 bis 22.12.1933 inhaftiert.

Wilhelm Engelhardt, Bischofsheim; KPD; 1934 wegen seiner Nein-Stimme bei der Volksabstimmung vom 19.8.1934 über die Zusammenlegung der Ämter des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und des Reichkanzlers Hitler verhaftet; Haft in Frankfurt und Kassel

Friedrich Hans Eschmann, Bischofsheim; * 23.1.1924; wegen Befehlsverweigerung und unerlaubten Entfernens von der Truppe vom Kriegsgericht zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach einem halben Jahr "zur Bewährung an der Front" entlassen; am 16. Februar 1945 Tod im Krieg

Wilhelm Eschmann, Bischofsheim; * Juni (oder 25.7.) 1882; KPD-Kreistagsabgeordneter; im März 1933 verhaftet; sechs Monate Haft in Kassel-Wehlheiden; im August 1934 erneut verhaftet, weil er bei der Volksabstimmung vom 19.8.1934 über die Zusammenlegung der Ämter des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und des Reichkanzlers Hitler mit Nein gestimmt hatte, im März 1937 erneute Verhaftung und Anklage

Wilhelm Eschmann, Neffe des vorstehenden Eschmann, * 23.10.1896 in Bischofsheim; Fabrikarbeiter, KPD-Vorsitzender in Bischofsheim; Betriebsratsvorsitzender Casella Frankfurt; am 31. März 1937 von der Gestapo wegen Verteilens antifaschistischer Flugblätter verhaftet; am 21. September 1937 zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt, nach der Entlassung unter Polizeiaufsicht

Michael (nach anderer Quelle Heinrich) Kaiser, Bischofsheim; Bürgermeister; SPD; am 16.Mai 1933 aus dem Amt entlassen

Friedrich Kröll, * 23.7.1895 in Bischofsheim; Täschner; KPD; vom 13. Juli bis zum 22. September 1937 in Untersuchungshaft. Mankel, Ludwig - Wachenbuchen; Arbeiter, wegen "Abhaltung von sogenannten Brandreden im kommunistischen Sinne" in "Schutzhaft" Prasch, Karl - Dörnigheim; geb. 3. November 1887; 1933 aus politischen Gründen beim Wasserstraßenbauamt entlassen. Berufsverbot

Heinrich Kröll, Zimmermann, * 27.3.1892 in Bischofsheim, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Philipp Wambold, Bohrer, * 18.9.1875 in Oberrossbach, Krs Friedberg,, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Hugo Urban, Dreher; * 27.1.1884 in Enkheim, KPD; 1934 verhaftet; Haft in Frankfurt und Kassel, im März 1937 erneute Verhaftung und Anklage

Fritz Kaiser, Mechaniker, * 10.5.1900 in Bischofsheim, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Heinrich Seipel, Schumacher, * 29.4.1908 in Bergen, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Paul (oder Jacob) Urban, Schreiner, * 18.10.1908 in Bischofsheim, KPD; 1934 verhaftet; Haft in Frankfurt und Kassel, im März 1937 erneute Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Wilhelm Krebs, Schlosser, * 13.7.1884 in Bischofsheim, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

Wilhelm Schächer, Heizungsmonteur, * 18.12.1882 in Bischofsheim, KPD; im März 1937 Verhaftung und Anklage wegen Betätigung für die KPD

 

Wachenbuchen

Josef Ott * 24.2.1886 in Seligenstadt/Kr. Offenbach, Lagerhalter beim Bezirkskonsumverein Hanau; diese Stelle verlor er aus politischen Gründen (31.8.1933), im KZ Breitenau vom 30.9.1933 bis 22.12.1933 inhaftiert.

Karl Diez, * 15.8. 1882 in Schliersee, Tischler, 1899 SPD, 1918 Spartakusbund, dann KPD; 1933 als Verkaufsstellenleiter des Konsumvereins entlassen; Mitglied der Gemeindevertretung von 1919 bis 1928. Mitglied des Kreisausschusses Kreis Hanau von 1921 bis 1928. 1924 bis 1928 stellvertretender Bürgermeister.1945 - 1948 Bürgermeister von Wachenbuchen, 1946 Mitglied der verfassungsberatenden Versammlung Groß Hessen, 1946 bis 1950 Mitglied des Hessischen Landtags (Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft) + 27.10.1964 in Wachenbuchen

Wilhelm Ebert, Wachenbuchen; Spengler, wegen "Abhaltung von sogenannten Brandreden im kommunistischen Sinne" in Haft

 

Quelle unter anderem:
Krause-Vilmar, Dietfrid: Das Konzentrationslager Breitenau.
Ein staatliches Schutzhaftlager 1933/34. Marburg 1998, 227-284
sowie Dokumentation VVN-Main-Kinzig 1990

© H.Begemann

Home