„Nach Hitler“ – Exkursion zum Bonner Haus der Geschichte


Besuch der Sonderausstellung „Nach Hitler“ im Haus der Geschichte, Bonn

Am 13. Juni besuchte der Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. das Bonner Haus der Geschichte. Ziel war die dortige Sonderausstellung „Nach Hitler – Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus „. Leitfaden der Ausstellung ist die These, dass es in jeder der mittlerweile vier Generationen eine spezifische Einstellung zur NS-Zeit gibt.

Nach einer Führung bestand Gelegenheit die neue Dauerausstellung des Hauses zu erkunden. Sie erzählt die Entwicklung der zwei deutschen Staaten von den Anfängen der Nachkriegszeit bis in die Phase der Wiedervereinigung, illustriert durch anschauliche Dokumente, Objekte und Filmausschnitte. Auch hier werden die unterschiedlichen Sichtweisen von DDR und Bonner Republik gegenübergestellt.

Erich-Kästner-Schule profitiert vom Netzwerk


Zeitzeugengespräch mit der DDR-Oppositionellen Dr- Maria Nooke am 12. Juni 2026 in der Erich-Kästner-Schule Maintal-Bischofsheim.
Rechts im Bild: Fachbereichsleiterin Katrin Schumann.

In einem beachtlich rasanten Tempo werden derzeit von der Erich-Kästner-Schule Projekte zu geschichtlichen Themen abgewickelt. So gab es Zeitzeugengespräche mit den NS-Verfolgten Leonid Vindermann und Eva Szepesi sowie der DDR-Oppositionallen Maria Nooke. Die Gespräche waren eingebettet in intensive biografische Recherchen.

Unser Verein konnte die Schule durch seine Kontakte im Netzwerk, den Fundus an Dokumenten sowie die umfangreichen Erfahrungen unterstützen.

Die Bemühungen der Schule wurden am 1. Juni durch den Beni-Bloch-Preis der jüdischen Gemeinde Frankfurt belohnt.

Neue Mitgliedschaft beschlossen

Unsere Mitgliederversammlung hat Ende Januar beschlossen, dem Verein „Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V.“ mit Sitz in Münzenberg beizutreten. Mindestens 17 Angehörige der 1933 hier exstierenden jüdischen Gemeinden sind in Auschwitz ermordet worden. Es gibt daher ausreichend inhaltliche Berührungspunkte in der beiderseitigen Vereinsarbeit.

Begünstigt ist die Kooperation dadurch, dass der aktuelle Vorsitzende jenes Vereins in Maintal-Dörnigheim wohnt.

Info: www.lagergemeinschaft-auschwitz.de

Vereinsvorstand neu gewählt

Turnusgemäß fand am 27. Januar 2026 die Neuwahl des Vereinsvorstands an.
Wiedergewählt wurde Herbert Begemann aus Dörnigheim als 1. Vorsitzender, Eberhard Seipp, Bad Vilbel, als Kassierer und Brigitte Begemann als Beisitzerin.

Neu hinzugekommen ist der Dörnigheimer Matthias Tiessen. Er ist zweiter Beisitzer. Noch nicht neu besetzt wurde die Funktion eines / einer 2. Vorsitzenden in Nachfolge von Prof. Dr. Heinrich Jacob, der aus Altersgründen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand.

Demokratie entscheidet sich in der Mitte


Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen-Für Demokratie,
bei seiner Rede auf der Mitgliederversammlung 2025 in Berlin

Am 22. November 2025 fand in Berlin die jährliche Mitgliederversammlung des Partnervereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ statt. Tagungsort war die Landesvertretung Baden.Württemberg in der Tiergartenstraße.

Der Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. war mit drei stimmberechtgten Mitgliedern vertreten, darunter Andreas Dickerboom, der als Sprecher aller Regionalen Arbeitsgruppen dem geschäftsführenden Vorstand angehört.

In seiner Rede warb der Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, langjähriger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, für eine aktive Auseinandersetzung mit der „stillen Mitte“, die bei Wahlen zum rechten Rand tendiere, ohne ein ideologisches, völkisches Weltbild zu teilen. Es gelte, diese durch gemeinsames Tun vor Ort für die Demokratie dauerhaft zu motivieren.

Der Verein Gegen Vergessen – Für Deokratie e.V. hat im laufenden Jahr in Maintal zwei Projekte finanziert: Ein Coaching von Schülerinnen und Schülern an der Werner von Siemens-Schule und ein Argumentationstraining im Rahmen des hiesigen Bündnisses für Demokratie.

Über eine deutsch-belgische Familie


„Sanssouci – Auf den Spuren einer deutsch-belgischen Familie im bewegten 20. Jahhundert“, so lautet der Titel eines Buches von Jürgen Vits, das am 6. November 2025 in der Reihe „Literatur im Gespräch“ am Albert-Einstein-Gymnasiums Maintal vorgestellt wurde.

Beim einem Umfang von 725 Seiten verzichtete der Autor auf das Zitieren umfangreicher Textpassagen. Stattdessen berichtete Jürgen Vits von seinen Recherchen über die bisher weitgehend verschwiegenen oder unbekannten Seiten seiner Familie mit ihren Verwickelungen in die dunklen Seiten der deutschen Geschichte.

Zwei deutsche Familiengeschichten


Als Kooperation mit der Stiftung Eliashof Hochstadt und der Ev. Kirchengemeinde Hochstadt gab es im Gemeindhaus am Wallgraben am 4. November Berichte zu zwei Familien in der Zeit des Nationalsozialismus:

Judith Rosenthal, die in den USA geboren ist, aber schon mehrere Jahrzehnte in Deutschland lebt, zeichnete das Panorama einer jüdischen Familie, die aus Bayern in die USA geflohen war.

Ganz anders die Familie von Frank Palun, dessen Vater als Offizier eines Polizeibatallions zu denen gehörte, die an den Verbrechen des Sicherheitsapparates unmittelbar beteiligt waren.

Das anschließende Gespräch wurde von Gottfried Kößler moderiert, vormals Pädagoge im Fritz-Bauer-Institut Frankfurt.

Besuch der Reinhardtstr.1 in Wachenbuchen


Yohanan Hauben vor dem Haus der ehemaligen Mazzenbäckerei
seines Großvaters Robert Reinhardt in Wachenbuchen

Am 2. November 2025 kam der in Israel lebende Yohanan Hauben mit seiner Ehefrau Irit nach Wachenbuchen, um zu sehen, wo seine Mutter Hanna Hauben geb. Reinhardt aufgewachsen ist. Beim Rundgang durch den Ort war wichtigstes Ziel das Haus seiner Großeltern, die Mazzenbäckerei Robert Reinhardt in der Reinhardtstraße 1 (Kleine Hainstraße). Weitere Besuchsziele an jenem Sonntag waren das Haus der anderen Großmutter Franziska geb. Strauss in Groß Karben sowie der Jüdische Friedhof in Hanau, wo Franziska begraben ist.


Herbert Begemann, Vorsitzender des Brüder-Schönfeld-Forum e.V.
mit Irit und Yohanan Hauben vor der ehemaligen Sybagoge Wachenbuchen

Für die Eheleute Hauben war es die erste Deutschlandreise. Yohanans Mutter hatte nach der Flucht alles Deutsche aus ihrem Leben verbannt, so dass der Sohn bis jetzt zögerte, ins Land der Täter zu reisen.

Die Bäckersfamilie Reinhardt konnte sich in den 30er Jahren durch Flucht in die USA und nach Palästina rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Auf Spurensuche in Hochstadt

Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule lassen sich von Herbert Begemann (Brüder-Schönfeld-Forum) über Schicksale von NS-Verfolgten informieren

30 Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule gingen zum Abschluss des 10. Schuljahres in Hochstadt auf Spurensuche. Der Gang von „Stolperstein“ zu „Stolperstein“ führte vom Grundstück der ehemaligen Synagoge zu den Häusern der jüdischen Familien Katz, Hartoch und Stern. Die auf zwei Tage verteilte Exkursion war Teil eines Projekts im biligualen Unterricht (deutsch/englisch) und bestand in der Aufgabe, einen Podcast zu produzieren, der sich mit der Biografie von Verfolgten der NS-Zeit beschäftigt. Die Bandbreite reichte dabei von Käthe Jonas und Karl Diez, die aus politischen Gründen verfolgt wurden, schloss die „Euthanasie“-Opfer Marie Rauch und Hilde Stern ein, und nahm beispielhaft die jüdischen Verfolgten Lothar Strauß und Isaak Schönfeld in den Blick.

Das Projekt kam bei den beteiligten Lehrkräften wie bei den Schülerinnen und Schülern des Maintaler Gymnasiums gut an. Eine Neuauflage im nächsten Schuljahr ist geplant.